
Vorzugsweise seitens meiner Bandkollegen wird mir ja gerne auch mal während Interviews vorgehalten cholerisch zu sein. Das möchte ich hiermit in aller Form zurückweisen. Richtig cholerisch wird hingegen der grossartige Schauspieler Christian Bale, wenn jemand während einer laufenden Aufnahme in sein Set läuft. Nachzulesen und -hören z.B. hier.
Inspiriert von Bales Schimpfkanonade haben die nicht minder grossartigen Noisepopper von The Mae-Shi sich kurzerhand einiger Samples daraus bemächtigt, eine kleine Tribut-Nummer mit zauberhaftem Text verfasst und auf ihrem Blog veröffentlicht. Grosses Tennis!
The Mae-Shi - R U Professional
Nachtrag (11.2.): Und jetzt noch ein Electrobanger von RevoLucian, ebenfalls inklusive Bale-Samples. Was ne Nummer!

Verkleidungszwang hiess es für die Spieler bei der Feier ihres Clubs Central Coast Mariners nach dem verlorenen Meisterschaftsendspiel in Australien. 3 Mal dürft ihr raten, als was der deutsche Profi Andre Gumprecht erschien….
00:04, Brücke hinter dem Karlsruher Hauptbahnhof. Endi radelt ohne Licht auf dem Damenrad seiner Mutter. Tatütata. “Anhalten bitte, Personenkontrolle!”.

Polizist 1: “Personalienkontrolle. Ihr Licht geht übrigens net.”
Endi (fummelt das Licht an, findet sich schon mit 20 Euro Strafe ab): “Oh ja danke, hab ich vergessen anzumachen.”
Polizist 2: “Kennert Sie sich ausweise?”
Endi: “Nein, Geldbeutel vergessen.”
Polizist 1: “Henn Sie schon emol mit der Polizei zu tun g´hebbt?”
Endi: (gedacht:”Definiere `zu tun gehabt´”) “Nein.”
Polizist 1: “Des isch aber selten, wie isch denn ihr Name?”
Endi sagt Namen. Polizist 2 funkt.
Polizist 1: “Darf ich Sie durchsuche, um zu sehen, ob Sie nicht doch was zum ausweisen dabei henn?
Endi: (gedacht:”Nimm bloss deine Drecksflossen weg.”) “Wenns denn sein muss.”
Polizist 1 sucht verzweifelt und begutachtet den Flyer unseres gestrigen Vortrages in der Next-Steffi.
Polizist 2: “Wo wohne Se denn?”
Endi: “In Berlin.”
Polizist 1: “Ah, da ischs sicher was anneres als in der Provinz.”
Endi: “Ja, da werd ich nicht mitten in der Nacht angehalten und durchsucht.”
Polizist 2: “Net? Naja, die Kollegen henn sicher was anneres zu tun.”
Endi: “Das denk ich auch.”
Polizist 1: “Hier isch halt net so viel los. Von uns wollet auch viele nach Berlin. Na dann, schöne Abend noch.”
Abgang.
biete mich in Zukunft zum Korrektur lesen an…..

So hiess es am Samstag beim TeBe Gastspiel bei Hansa Rostock. Hansa Rostock, ein Verein, der mir bisher aufgrund diverser Freunde und dieser oder dieser Fans eingentlich nicht unsympathisch war, hat daher beschlossen unserer “Kein Ballbreit den Faschisten” Fahne den Zutritt zu verwehren. Grosses Tennis. Gezeigt wurde sie dann zum Schluss natürlich doch noch:

Alles zum Spiel gibt es wie immer bei der TeBe Party Army. Von mir nur so viel: Wer mit dem Verlierermobil anreist, muss sich nicht wundern, wenn er verliert:

Letztes Jahr war noch alles gut. Die Fahne hing im Stadion, das beste Team der Welt reiste ohne böse Farben an, gewann, und zeigte Flagge:

Betr.: Kleiderordnung Nationalmannschaft
Lieber Hr. Ballack!
Eher aus anthropologischem Interesse verfolgte ich letzten Sonntag die Jubelfeierlichkeiten rund um das Brandenburger Tor am heimischen Fernsehapparat. Alles in allem eine gar belustigende Veranstaltung. Für einiges Rätselraten meinerseits sorgten jedoch die T-Shirts, die Sie und Ihre Mannschaftskameraden zu diesem feierlichen Anlass gewählt hatten. Während sich mir die Vorderseite „Danke Deutschland“ gerade noch erschloss, musste ich bei der Rückenaufschrift „Teamgeist 82“ passen. 82, 82, 82? 1982? Das Jahr, in welchem Italien zuletzt den Weltmeisterschaftstitel errang? Möglich, wenngleich eher unwahrscheinlich, zählten Italiener in den Tagen nach ihrem Halbfinalsieg doch nicht zu den Sympathieträgern in Deutschland. Andererseits ermöglichten es ja erst Grosso und del Piero, dass endlich der 3. Platz überschwänglich gefeiert werden konnte.
82 = HB? Ein Zahlencode zur Umgehung des Nikotinwerbeverbotes? Ziemlich clever und wesentlich plausibler. Chapeau, Hr. Ballack, da habe ich sie offensichtlich jahrelang unterschätzt! Mein Mitbewohner machte mich jedoch bald auf den kleinen Zusatz „Mio.“ unter der 82 aufmerksam. Sonderlich erhellend wirkte diese neue Erkenntnis zunächst nicht. Doch dann fiel es mir wie Schuppen vor die Augen und inzwischen konnte ich es auch auf der Homepage ihres Kollegen Podolski nachlesen: „Damit wurde auf die uneingeschränkte Unterstützung der gesamten deutschen Bevölkerung angespielt.“
An dieser Stelle muss ich Sie und Ihre Kollegen leider auf einen kleinen Trugschluss aufmerksam machen, dem sie in diesem Falle wohl aufgesessen sind. Auch wenn die Fahnenmeere auf etwas anderes hingedeutet haben mögen: Die (von Ihnen wohl etwas abgerundete) „gesamte deutsche Bevölkerung“ hat Ihnen und Ihrer Mannschaft MITNICHTEN die Daumen gedrückt und somit zum „Erfolg“ des Ausscheidens erst im Halbfinale verholfen. Da muss ich sie leider enttäuschen. Ich etwa habe nichts, aber auch gar nichts, dazu beigetragen. Ich bin weder aktiver, noch passiver, noch sonstwie gearteter Unterstützer der deutschen Nationalmannschaft gewesen. Ganz im Gegenteil: Ich habe, obgleich selbst deutscher Staatsbürger, Costa Ricanern, Polen, Ecuadorianern, Schweden und gar Italienern die Daumen gedrückt, nur um Ihr Team frühstmöglich ausscheiden zu sehen. Leider relativ erfolglos, wie ich gerne bereit bin zuzugeben. Die Gründe für meine Aversion gegen Ihre Manschaft sind mannigfaltig, doch für mein Anliegen nicht relevant und würden sowohl den mir hier zur Verfügung stehenden Rahmen sprengen, als auch Ihr Auffassungsvermögen sicherlich übersteigen. Ich kann sie Ihnen aber gerne, falls erwünscht, in einem Gespräch unter vier Augen erläutern.
Ich möchte Ihnen nun einen Vorschlag machen, um weiteren Missverständnissen und Fehlinformationen vorzubeugen, bzw. mir mein Unbehagen zu nehmen, unverdient in der Öffentlichkeit gelobt zu werden: Sollten Sie oder Ihre Kollegen erwägen, besagtes T-Shirt in Zukunft noch einmal zu benutzen, möchte ich Sie doch bitten den Aufdruck in „Teamgeist 81.999.999“ umändern zu lassen. Sollte sich dies als nicht praktikabel erweisen, wäre ich zur Not auch mit dem Zusatz „Teamgeist 82 Mio. (außer Endi)“ oder – noch einfacher – „Teamgeist 82 Mio. – 1“ zufrieden. Da komme ich Ihnen gerne entgegen. Ich denke diese kleine Änderung wäre sowohl in meinem, als auch in Ihrem Interesse.
Und noch ein kleiner Tip: Da ich aus verlässlicher Quelle weiss, dass Sie noch einige Briefe ähnlichen Inhaltes erhalten werden, möchte ich Ihnen aus Gründen der Kostenersparnis raten mit der Neuanfertigung noch einige Tage oder Wochen zu warten, bis Sie einen möglichst genauen Überblick haben, wie viele Menschen denn nun wirklich für Ihren „Erfolg“ zuständig waren.
Mit Bitte um Verständnis und freundlichsten Grüßen
Ihr Endi
