
Sachen gibts. Da spielen wir vor einigen Monaten auf der gar lustigen Raven-Party in Wolfsburg zusammen mit 2 charmanten Herren, die sich ULTRNX nennen, die schrauben (frei nach Campino) bei ihrem ersten Gig überhaupt fein das Dach ab, und jetzt gewinnen die den Digitalism-Remix Contest. Und das bei geschätzen 10 Millionen Einsendungen. Herzlichen Glückwunsch!!! Ich wünsche ihnen, dass sie nächstes Jahr voll durchstarten und nicht mehr mit so popligen Audiolith-Acts durch die Gegend gurken müssen.
ULTRNX könnten die ein oder anderen ja schon durch Ihren fantastischen Plemo-Remix kennen, hier ist ein Original von ihnen. Wer kann mir sagen, woher das Gitarrensample ist? Das wissen die beiden selbst nicht mehr…
….uns aber nie zu sagen getraut haben:
” (..) Ich weiss nicht, ob Bands wie SAALSCHUTZ oder DER TANTE RENATE zu der Sorte Bands gehören, die für ein paar mittelmäßige Klänge Unmengen an Kohle verlangen, denn ‘Elektro’ scheint meistens sein Geld ‘wert’ zu sein: Booking-Agenturen nach der ersten Probe, dreistellige Gagen nach der zweiten Show und Kokainsüchte nach dem ersten Tape. Unfassbar, wie das alles stinkt! (…) 10 Euro für das Abspielen von ein paar mittelmäßigen Beats empfinde ich einfach als überteuert. Auch wenn der TANTE RENATE aka ‘Figuren-Justus Jonas’ gelegentlich in die Gitarrenseiten gehauen hat war sein Auftritt überflüssig und langweilig. Von SAALSCHUTZ hatte ich mir wesentlich mehr erhofft. Die beiden Typen hinter dem Mischpult hatten weniger Ausstrahlung als eine Plastikpuppe ohne Face. Ab ging es auch nicht. Keine Power. Die Songs funzten null. Das Publikum schmeckte nach Opium. An der Bar trank ich nach den ersten Tracks lieber zwei heiße Pfefferminztees. Bitte lasst den traditionellen Noisecore wiederaufleben!” (Christoph Parkinson)
Mehr schmerzhafte Wahrheiten gibts im aktuellen OX. Und auf ihren Blogs lügen sich die Versager den Abend zurecht:
Plastikpuppen ohne Face
Wie meine Bandkollegen und ein nicht ganz unbekannter Booker/Trinker (siehe Foto) war auch ich begeistert. Hohe Erwartungen, alle erfüllt. Vielen Dank für die Gästeliste und die CD und auf viele gemeinsame Konzerte!! Und so hörte sich das ganze an:
The Dance Inc. - Matador (Frittenbude Zerkau deinen Knebel Remix) via Discodust / Dance Inc. Myspace / Dance Inc. Blog
Frittenbude - Es dreht sich alles um uns beide / Frittenbude Myspace
Von Hadouken! hatte ich mir letztes Jahr mal die Single “Liquid Lives” gekauft, war aber nicht so wirklich überzeugt. Das hat sich nach dem Besuch des Konzertes gestern nicht wirklich geändert. Warum wir immer nach “Nu Rave” gefragt werden, weiss ich nicht, diese Band ist aber sowas wie die Blaupause davon. Und auch das Publikum. Ist auch alles ganz nett, piepst gut, nette Sounds, groovt, aber irgendwie sind die Songs halt nicht so stark, jedenfalls die, die sie gespielt haben. Naja, mal auf die erste Platte warten, vielleicht wird das ja noch. Ihr 2.Mixtape (ganz nett übrigends) kam nur als USB-Stick raus. Haben die “Girls” und “Leap of Faith” eigentlich gar nicht gespielt, oder war ich da gerade auf Klo/Bier holen?
Aber: Die Band kam sympathisch rüber, der Single Hit “That Boy That Girl” (auch als 10” bei Kitsune) ist echt super und diese Zitate auf ihrer Seite sind schon lustig:
’’…the death of music.’’ Sam Richards, NME
’A great new band’ Mike Skinner
Hadouken! - Get Smashed Gate Crash via Badicalbeats / Hadouken! Myspace / Hadouken Blog
In den letzten Jahren habe ich ja desöfteren mal einen Soulwax-Remix gebloggt oder auf meinen monatlichen Sampler gepackt. Nun kommt nächste Woche endlich eine offizielle Compilation mit (fast) allen Remixen in die Läden. Das Meisterwerk trägt den griffigen Namen:
Most Of The Remixes We’ve Made Over The Years Except For One By Einsturzende Neubaten Because We Lost It And A Few We Didn’t Think Sounded Good Enough Or Just Didn’t Fit In. But Including Some That Are Hard To Find Because Either People Forgot About Them Or Just Simply Because They Haven’t Been Released Yet. A Few We Really Love. One We Think Is Just OK. Some We Did For Free. Some We Did For Money. Some Just For Ourselves Without Permission And Some For Friends As Swaps But Never On Time And Always At Our Studio In Ghent.

Mehr Informationen zu der neuen Platte, sowie einen schicken Flash-Player mit allen Remixen findet Ihr hier.
Der eigentliche Clou an der ganzen Sache ist allerdings, dass Soulwax das Album auch live spielen. Und so beagb ich mich letzte Woche in die Maria, um eben jenem zu lauschen. Es war göttlich. Besser noch, als die famose Nigh Versions Tour, besser als das meiste, was ich in den letzten Jahren gesehen habe. Diese Band erfindet sich immer wieder neu. Da mir selbst noch etwas die Worte fehlen, hier der ausführlichste Bericht des Kollegen Matze.
Dieses schicke Video vermittelt so einen kleinen Eindruck WIE gut das ganze war, leider nicht aus der Maria, sondern aus Hamburg:
Spät, aber dann doch noch: Sehr viel Spass hat es erneut gemacht, mein Lieblingsfestival. Herzlichen Dank an das Intro-Team für alles. Eine wunderbare Reisegruppe trug ihr übriges dazu bei. Aber trotzdem war es dieses Jahr ein wenig anders und es gibt einige Punkte über die sich die Oranisatoren Gedanken machen sollten. Die Toilettensituation (v.a. für Frauen) ist weiterhin schlecht, diesmal war es ausserdem viel zu voll. Mehr Fress- und Sponsorenbuden denn je, dazu mehr Zuschauer, da wird es eng. Und der Sound war teilweise unfassbar nervig. Es gab keinen einzigen Platz, wo man sich mal 5 Minuten setzen konnte, ohne Gewummer. Von überall her Lärm und Soundbrei, nach ner Weile recht nervig.
Zum Musikalischen:
Im Vorfeld hatte ich noch laut gejubelt, als ich das Lineup gesehen hatte, der Zeitplan machte dann bei einigem einen dicken Strich durch die Rechnung. Shitdisco spielten z.B. zeitgleich mit Digitalism. Blöd. Insgesamt war es mir dieses mal ein zu wenig Indiezeugs, richtig überzeugt bzw. vom Hocker gehauen hat mich auch wenig. Das meiste war eher Standard. Shout out Louds und Hot Chip, waren ok, ohne zu glänzen. Polarkreis 18 und Puppetmastaz waren ziemlich gut. Auch die Live Sets von Digitalism und Trentemöller (soweit gehört) waren ziemlich gut. Aber richtig gerockt haben nur 3 Bands:
Goose: Vor einem Jahr schon mal in der Maria gesehen, damals aufgrund irrsinniger Lautstärke überhaupt keinen Spass gehabt. Diesmal war alles perfekt. Live ein unfassbares Brett, mehr Rockband als Elektroact. Was auf der Platte zwar gut ist, aber teilweise doch arg klinisch wirkt, ist live das beste, was ich in den letzten Monaten sehen durfte. Alleine der Doublebass-Einsatz beim Opener “Bring it on” wäre den Eintritt wert gewesen. Die Menge ist völlig ausgetickt. Selten hat eine Band ihr Publikum so gerockt. Anschauungsunterricht für z.B. Ladytron pur! Ein kurzes Interview und Livevideo, sowie noch viel mehr vom Melt gibt es bei Pop10!
Jeans Team: Ich besitze zwar ein paar JT-Platten, richtig toll fand ich die aber dann doch nie. Live jedoch ganz anders. Grosses Sound, Spitzenentertainer. Und eine Band, die es sich leisten kann den größten Hit (”Keine Melodien”) NICHT zu spielen und trotzdem restlos zu überzeugen weiss, ist immer gut!
Presets: Zum 2. Mal gesehen, leider einen undankbaren Spot im Zelt kurz vor Deichkind gehabt, trotzdem sehr gut! Presets -Drummer in Action:
Die Enttäuschungen:
Kelis - Was ein Scheiss. Im Vorfeld noch darüber unterhalten, dass die Dame ja durchaus einige Kracher im Programm hatte, auf der Bühne dann katastrophal. Stimme weg, eine Begleitband wie aus “Fleisch ist mein Gemüse”. Nach einigen Liedern fand J. den passenden Gegriff: “Sparkassen-Funk”. Das Genudel des Gitaristen schwankte zwischen unangenehm und peinlich, bei jeder Betriebsfeier, wären die von der Bühne gejagt worden, nun denn, mir auch egal.
Ladytron - Und da wird es unangenehmer. Ich liebe Ladytron nämlich. Seit ihrer 2. Platte, die mich ein Leben lang begleiten wird. Allerdings waren sie live (und zwar schon das 2.Mal, nach ihrem Auftritt als Vorgruppe von den NIN) ganz furchtbar. Misester Sound, ein schrecklicher Gothic Brei. Pfui!
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