Spät, aber dann doch noch: Sehr viel Spass hat es erneut gemacht, mein Lieblingsfestival. Herzlichen Dank an das Intro-Team für alles. Eine wunderbare Reisegruppe trug ihr übriges dazu bei. Aber trotzdem war es dieses Jahr ein wenig anders und es gibt einige Punkte über die sich die Oranisatoren Gedanken machen sollten. Die Toilettensituation (v.a. für Frauen) ist weiterhin schlecht, diesmal war es ausserdem viel zu voll. Mehr Fress- und Sponsorenbuden denn je, dazu mehr Zuschauer, da wird es eng. Und der Sound war teilweise unfassbar nervig. Es gab keinen einzigen Platz, wo man sich mal 5 Minuten setzen konnte, ohne Gewummer. Von überall her Lärm und Soundbrei, nach ner Weile recht nervig.
Zum Musikalischen:
Im Vorfeld hatte ich noch laut gejubelt, als ich das Lineup gesehen hatte, der Zeitplan machte dann bei einigem einen dicken Strich durch die Rechnung. Shitdisco spielten z.B. zeitgleich mit Digitalism. Blöd. Insgesamt war es mir dieses mal ein zu wenig Indiezeugs, richtig überzeugt bzw. vom Hocker gehauen hat mich auch wenig. Das meiste war eher Standard. Shout out Louds und Hot Chip, waren ok, ohne zu glänzen. Polarkreis 18 und Puppetmastaz waren ziemlich gut. Auch die Live Sets von Digitalism und Trentemöller (soweit gehört) waren ziemlich gut. Aber richtig gerockt haben nur 3 Bands:
Goose: Vor einem Jahr schon mal in der Maria gesehen, damals aufgrund irrsinniger Lautstärke überhaupt keinen Spass gehabt. Diesmal war alles perfekt. Live ein unfassbares Brett, mehr Rockband als Elektroact. Was auf der Platte zwar gut ist, aber teilweise doch arg klinisch wirkt, ist live das beste, was ich in den letzten Monaten sehen durfte. Alleine der Doublebass-Einsatz beim Opener “Bring it on” wäre den Eintritt wert gewesen. Die Menge ist völlig ausgetickt. Selten hat eine Band ihr Publikum so gerockt. Anschauungsunterricht für z.B. Ladytron pur! Ein kurzes Interview und Livevideo, sowie noch viel mehr vom Melt gibt es bei Pop10!
Jeans Team: Ich besitze zwar ein paar JT-Platten, richtig toll fand ich die aber dann doch nie. Live jedoch ganz anders. Grosses Sound, Spitzenentertainer. Und eine Band, die es sich leisten kann den größten Hit (”Keine Melodien”) NICHT zu spielen und trotzdem restlos zu überzeugen weiss, ist immer gut!
Presets: Zum 2. Mal gesehen, leider einen undankbaren Spot im Zelt kurz vor Deichkind gehabt, trotzdem sehr gut! Presets -Drummer in Action:
Die Enttäuschungen:
Kelis - Was ein Scheiss. Im Vorfeld noch darüber unterhalten, dass die Dame ja durchaus einige Kracher im Programm hatte, auf der Bühne dann katastrophal. Stimme weg, eine Begleitband wie aus “Fleisch ist mein Gemüse”. Nach einigen Liedern fand J. den passenden Gegriff: “Sparkassen-Funk”. Das Genudel des Gitaristen schwankte zwischen unangenehm und peinlich, bei jeder Betriebsfeier, wären die von der Bühne gejagt worden, nun denn, mir auch egal.
Ladytron - Und da wird es unangenehmer. Ich liebe Ladytron nämlich. Seit ihrer 2. Platte, die mich ein Leben lang begleiten wird. Allerdings waren sie live (und zwar schon das 2.Mal, nach ihrem Auftritt als Vorgruppe von den NIN) ganz furchtbar. Misester Sound, ein schrecklicher Gothic Brei. Pfui!
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